Honduras - Putsch und Widerstand

Aufruf zur Solidarität mit Honduras

Die Aktivistin Bertha Cáceres richtet von Wien aus einen Appell an politische Akteure

18.06.2012

Video:videoattac2
Länge:00:01:33
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Bertha Cáceres

Bertha Cáceres von dem honduranischen Bündnis COPINH wendet sich von Wien aus mit einem Aufruf zur Solidarität an politische Akteure und Menschenrechtsgruppen in Europa. Am 26. Juni wird Cáceres in Berlin zu Gast sein.

Weitere Infos finden Sie auf unserer Partnerseite amerika21.de

Bertha Cáceres: Wir rufen die internationale Gemeinschaft und die mit Honduras solidarischen sozialen Bewegungen dazu auf, ihre Aufmerksamkeit auf die schweren Menschenrechtsverletzungen in unserem Land zu richten. In Honduras sind Mord, Folter, Entführungen und Unterdrückung an der Tagesordnung und wir leben in einer äußerst militarisierten und besetzten Gesellschaft.

Wir appellieren an jene Regierungen, die das honduranische Regime anerkannt haben,  gemäß ihrer ethischen und humanitären Verpflichtung die Respektierung der Menschenrechte in Honduras zu fordern und ihre Einhaltung zu überwachen.

Wir als COPINH haben wiederholt und systematisch Drohungen erhalten, die sich immer weiter verschärft haben. Mitglieder unserer Organisation wurden ermordet, mehrere führende Vertreter von COPINH haben Morddrohungen erhalten.

Gestern (am 13. Juni) wurde ein krimineller Anschlag auf unsere beiden Aktivisten Sotero Chavarría und Juan Vazquez verübt, die sich im Kampf um die Zurückgewinnung von indigenem Land engagiert haben. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass in Honduras die Straflosigkeit andauert, ja dass sich die von Unterdrückung, Herrschaft sowie der permanenten Verletzung der Menschenrechte gekennzeichnete Situation zuspitzt.

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Ende Juni 2009 kam es in Honduras zu einem Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Manuel Zelaya. Seither ist das mittelamerikanische Land nicht zur Ruhe gekommen.

Eine starke Widerstandsbewegung und der Druck der lateinamerikanischen Staaten hat nach knapp zwei Jahren die Rückkehr Zelayas erzwungen. Aber die Putschisten sind nach wie vor an der Macht und der Konflikt im Land setzt sich fort.

Die inzwischen gut organisierte Demokratiebewegung drängt weiterhin auf demokratische Reformen und die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung. Der Versuch, das Grundgesetz zu ändern, hatte 2009 zum Sturz Zelayas geführt.

In Deutschland hat der Staatsstreich vor allem wegen der Haltung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) für Kontroversen gesorgt. Die FNSt hatte von ihrem Büro in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa aus den Sturz der Regierung gutgeheißen.

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