Krise in Griechenland

Griechen suchen Alternativen, um der Krise die Stirn zu bieten

17.05.2012

Die Empörten - Der Kampf geht weiter

Telesur: Seit mindestens einem Jahr finden große Ansammlungen in Städten wie in Athen in Griechenland statt, das weiterhin eine strukturelle Krise erlebt. Die aus den Versammlungen hervorgegangenen Initiativen erlangen von Mal zu Mal mehr Kraft in den politischen und wirtschaftlichen Bereichen des Landes: Der Syntagma-Platz ist nicht mehr wie noch vor einem Jahr voller Zelte. Auch gibt es keine zahlreichen Versammlungen mehr, bei denen die Griechen ihre Empörung zeigen. Aber die Unzufriedenheit der Griechen bleibt spürbar, auch wenn sie sich jetzt in einer anderen Weise ausdrückt.

Aris Xatzistefanou, Journalist: „Die Plätze haben gezeigt, dass es eine Empörung gegen diese Politik des Sparkurses gibt, die eingeführt wurde von ausländischen Banken, vom IWF und der griechischen Wirtschaftselite. Dieser Zorn, der auf den Straßen abgeschwächt erscheint, drückt sich jetzt von neuem über diese Wahlen aus.“

Telesur: Der plötzliche Fall der großen Parteien ist ein weiterer Beweis für den Einfluss dieser Volksbewegung, die jetzt neue Modelle sucht, um eine andere Gesellschaft zu bilden.

Aris Xatzistefanou, Journalist: „Wir denken uns neue Initiativen aus, es gibt sogar verschiedene Beispiele in Lateinamerika. Sie haben eine wirtschaftliche Vereinnahmung abgelehnt, einige Länder haben gesagt: Nein den Kreditgebern, Nein dem IWF und sie haben Betriebe verstaatlicht, um wieder die Kontrolle über ihre Wirtschaft zu erlangen.“

Telesur: Auch wenn sie nicht so sichtbar sind, die Versammlungen werden in den Stadtvierteln und Kollektiven fortgeführt. Mittlerweile hat die Suche nach Veränderung bereits reale Umsetzungen gefunden.

Ilias Ziogas, Journalist: „Auf dem Syntagma-Platz wurde auch über die Netzwerke einer Solidarwirtschaft diskutiert, um Arbeit anders zu organisieren und dabei sind einzelne Projekte hervorgegangen.“

Telesur: Diese Kooperative bietet Produkte aus fairem Handel an, die von kleinen Gemeinden aus Lateinamerika stammen, aber auch von griechischen Feldern. So hilft man den eigenen Landwirten des Landes.

Ilias Ziogas, Journalist: „Abgesehen vom Aufbau einer Solidarwirtschaft möchten wir aufzeigen, dass sich Arbeit auf eine andere Weise organisieren lässt, ohne Chefs und dass Entscheidungen im Kollektiv getroffen werden.“

Telesur: Eine Initiative mit aufgeteilten und gerechten Erlösen, die jeden Tag mehr Konsumenten erhält. „Die Wirtschaftskrise hat Ländern wie Griechenland Demonstrationen und Versammlungen gebracht, aber solche Initiativen zeigen auf, dass es Projekte für eine Zukunft gibt, die die Realität des ganzen Kontinentes verändern kann.“

Quelle: Telesur

Übersetzung: http://weltnetz.tv/ / http://www.antikrieg.tv/

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