"Ewig kann nicht Winter sein..."

Der Iraner Bahram bei der Kundgebung mit Grup Yorum in Fulda
09. 08. 2017
Video: 
weltnetz.tv
Produktion: 
Team Kassel
Länge: 
00:19:56
Aufzeichnungsdatum: 
17.06.2017

Bahram aus dem Iran solidarisiert sich mit Grup Yorum aus der Türkei, bei der Kundgebung "Die Völker erheben ihre Stimme gegen den Rassismus". Er beginnt mit dem in seiner Muttersprache gesungenen Lied der Moorsoldaten. Es ist eines der ersten öffentlichen Dokumente über das wahre Gesicht des "Dritten Reiches" und einer der ersten Versuche, die Welt zu warnen und zur Abwehr der drohenden Gefahr aufzurufen. Es entstand 1933 in den Moor-Konzentrationslagern, einer Kette von fünfzehn Konzentrationslagern, die 1933 in Nazi-Deutschland gegründet wurden und die unter dem gemeinsamen Namen Emslandlager bekannt waren. Einer der bekanntesten Gefangenen war der Journalist und Pazifist Carl von Ossietzky, der 1933 ein Gefangener in Esterwegen war und 1935 den Friedensnobelpreis erhielt.

Es folgt ein iranisches Frühlungslied und ein dem iranischen Poeten Said Sultanpur gewidmetes Lied, der unter Chomeni-Regime hingerichtet wurde.

1. Wohin auch das Auge blickt.
Moor und Heide nur ringsum.
Vogelsang uns nicht erquickt,
Eichen stehn kahl und krumm.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor!

2. Hier in dieser öden Heide
ist das Lager aufgebaut,
wo wir fern von jeder Freude
hinter Stacheldraht verstaut.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor!

3. Morgens ziehen die Kolonnen
in das Moor zur Arbeit hin,
graben bei dem Brand der Sonne,
doch zur Heimat steht der Sinn.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor!

4. Heimwärts, heimwärts! Jeder sehnet
sich nach Eltern, Weib und Kind.
Manche Brust ein Seufzer dehnet,
weil wir hier gefangen sind.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor!

5. Auf und nieder geh´n die Posten,
keiner, keiner kann hindurch,
Flucht wird nur das Leben kosten,
vierfach ist umzäunt die Burg.
Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor!

6. Doch für uns gibt es kein Klagen,
ewig kann´s nicht Winter sein.
Einmal werden froh wir sagen: Heimat,
Du bist wieder mein!
Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit dem Spaten in´s Moor!
Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit dem Spaten in´s Moor!

Eigentlich wollte der Freidenkerverband Hessen ein "Fest der Völker" auf dem Messegelände der Stadt Fulda ausrichten, bei dem Tanz- und internationale Musikgruppen auftreten, Lesungen, Kinderbelustigung stattfinden sollten; doch die Stadt kündigte den Mietvertrag (siehe unsere Dokumentation "Warum hat Fulda Angst vor unseren Liedern?")
So sah sich die Initiative gezwungen, eine politische Kundgebung mit Reden und Musikbeiträgen anzumelden und zu organisieren. Auf dem Stadionparkplatz fernab der Innenstadt in den Fuldaauen nahmen etwa 3000 Menschen aus nah und fern teil. Weltnetz.tv hat die Kundgebung aufgezeichnet. Musiker von Grup Yorum aus der Türkei, Willi Schulze-Barantin vom Deutschen Freidenker Verband und Hasan Unutan eröffnen in Fulda die Kundgebung "Die Völker erheben ihre Stimme gegen den Rassismus".

Es folgen in mehreren Teilen

die Landtagsabgeordnete Marjana Schott (DIE LINKE),
Grup Roj, mit dem Sänger Erdal Bayrakoglu,
Musikbeiträge des Liedermachers Ernesto Schwarz,
des Lautenspielers Zeynel Aba,
die Information einer Anwältin aus der Türkei von "Rechtsanwälte des Volkes",
der Musiker Nicolás Rodrigo Miquea aus Chile,
die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig (DIE LINKE),
die Band MenestRed aus Belgien,
die Begrüßung des Vorsitzenden des Fuldaer Ausländerbeirates Abdulkerim Demir,
der Sänger Erdogan Emir aus der Türkei,
die Vorstellung des Festival-Komitees mit Information über die Situation in der Türkei,
die Rapper Zynik und Delirium aus Deutschland und
abschließend der "Stein des Anstoßes": Grup Yorum, unterbrochen von zahlreichen Textbeiträgen.
Viele weitere Programmpunkte und Grußreden bereicherten die Kundgebung.

Medien im Vorfeld:
telepolis  Grup Yorum: Verbote, Schikanen, finanzielle Verluste https://www.heise.de/tp/features/Grup-Yorum-Verbote-Schikanen-finanzielle-Verluste-3744759.html

NEUES DEUTSCHLAND 16.6.17: Wirbel um Grup Yorum - Einer linken Band aus der Türkei wurde im hessischen Fulda der Konzertort gekündigt https://www.neues-deutschland.de/artikel/1054295.wirbel-um-grup-yorum.html

Doku "Warum hat Fulda Angst vor unseren Liedern"  https://youtu.be/IUSy540Nn0o?list=PLsa57NwC4OnkUdhHUlKlNfc84BxVJXUU4

 

 

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Bahram