Proteste in Chile flammen wieder auf

Studierende sind seit sechst Monaten auf der Straße
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Telesur

Moderatorin: In Chile sind die Proteste wieder aufgeflammt. Die Aktionen begannen am Donnerstag in Valparaíso.

Korrespondentin: Während die Regierung die Verantwortung für die Bildung regionalisieren will, fordern die Gegner die generelle Verantwortung des Staates für das Bildungswesen ein. Die Pläne der Regierung liefen zudem auf weitere Privatisierungen hinaus, hieß es von Seiten der Protestteilnehmer. Die Bewegung fordert die Abkehr von der Verantwortung der Kommunen für die Bildung und von weiteren Privatisierungen des Bildungswesens. Nach mehr als sechs Monaten ständiger Proteste hat die Regierung für die kommenden Wochen eine Gesetzinitiative angekündigt, um die Schulen neu zu strukturieren. Die Protestteilnehmer fürchten, dass dadurch die Privatisierungen vorangetrieben werden.

Studierendenvertreter: Es ist notwendig, die Verantwortung der Kommunen für die Bildung zu beenden. Das muss aber so geschehen, wie es die Bewegung fordert: ohne Privatisierungen!

Korrespondentin: Auf dieser Demonstration kritisierten die Teilnehmer auch die Haftentlassung des Militärpolizisten Millacura, der für die Ermordung des 16-jährigen Miguel Guitiérrez verantwortlich ist, der während der Proteste Ende August erschossen wurde. Ein Militärgericht hatte entschieden, dass der Angeklagte im laufenden Prozess aus der Untersuchungshaft entlassen werden kann.

Studierendenvertreter: Wir sind weiterhin uneingeschränkt solidarisch mit der Familie und werden diesen Fall weiter beobachten.

Korrespondentin: Die Studierenden fordern zudem eine Beteiligung an den Entscheidungen über die Bildungsgesetzgebung.

Studierendenvertreter: Die Leute wollen selbst entscheiden, was mit der Bildung geschieht und wie die Proteste weitergehen.

Korrespondentin: Am Ende der Demonstration und unmittelbar vor der Abschlusskundgebung begannen die Probleme. So wurde der Protest wegen Konflikten zwischen Studenten und der Polizei vorzeitig beendet. Zuvor hatten sich Studierendenvertreter mit dem Regierungsminister Andrés Chadwick getroffen. Die Studierendenvertreter forderten ein Memorandum über das Bildungsgesetz. Der Minister sagte indes zu, den Protestvertretern einen Entwurf des neuen Bildungsgesetzes zukommen zu lassen. In der kommenden Woche sollen die Gespräche dann fortgesetzt werden.

Vertreter der Verhandlungskommission: Wir sprechen derzeit darüber, die Verantwortung für die regionalen Schulen an das Bildungsministerium zurückzugeben. Das könnte der Beginn einer neuen öffentlichen Bildung sein - im Gegensatz zu einem Bildungswesen, das lediglich von Marktinteressen geleitet ist.

Korrespondentin: Am 24. November sollen zeitgleich zu Aktionen in Kolumbien weitere Proteste in Chile stattfinden. Auch Studierende in anderen Staaten wie Peru oder Argentinien kündigten zeitgleiche Proteste an.

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