Streit mit WDR: "Meine Arbeit wurde nachgedreht"

Die Journalistin Gaby Weber kritisiert eine WDR-Dokumentation über die Verbrechen von Mercedes Benz während der argentinischen Militärdiktatur
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Die ARD will in wenigen Wochen einen Dokumentarfilm über die Verwicklung des deutschen Autobauers Mercedes Benz in die Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) ausstrahlen. An sich eine gute Nachricht. Aber: Der Film wird schon jetzt im Internet als mutmaßliches Plagiat einer bestehenden, kritischeren Arbeit kritisiert.

Tatsächlich hatte die Journalistin Gaby Weber die Rolle von Mercedes Benz Argentina bereits 2003 öffentlich gemacht. In akribischer und weitgehend selbstfinanzierter Arbeit machte sie mehrere Zeitzeugen aus und deckte schier unglaubliche Verbrechen von Konzernvertretern auf, die Betriebsräte von Militärs ermorden und Neugeborene aus Familien von Widerstandskämpfern entführen ließen. Die ARD lehnte eine Ausstrahlung Webers stets ab. Nun aber soll ein Film zum gleichen Thema ausgestrahlt werden? Grundsätzlich sei es positiv, wenn das Thema – wenn auch schlecht gemacht – publik gemacht werde, sagte Weber gegenüber weltnetz.tv in einem Skype-Interview. Allerdings würde der Konzern indirekt in Schutz genommen, indem etwa behauptet würde, er sei von kommunistischen Guerillagruppen bedroht worden. Weber übt daher scharfe Kritik am Sender und der Produktionsfirma schoenfilmtv, die ihre Recherchen nachgedreht hat.

Unten verlinkt finden Sie das Original "Wunder gibt es nicht - Die Verschwundenen von Mercedes-Benz Argentina" der Journalistin Gaby Weber und weiteres Dokumentationsmaterial zu dem Fall.

Gaby Weber: Um ihre Recherche betrogen?

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