USA: Die großen Profite der privaten Gefängnisindustrie

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Übersetzung: Doris Pumphrey, weltnetz.tv

Die USA haben die höchste Inhaftierungsrate der Welt. Über 2 Millionen Menschen – 25 Prozent aller Gefangenen weltweit - befinden sich in US-Haftanstalten (Weltbevölkerungsanteil der USA: fünf Prozent). Die überwiegende Mehrheit der Gefangenen in den USA ist afroamerikanischer und lateinamerikanischer Herkunft, obwohl sie nur 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Zwischen 1987 und 2007 sank die Kriminalitätsrate um 25 Prozent, während sich die Inhaftierungsrate verdreifachte. Von der Masseninhaftierung profitiert nicht nur die Privatindustrie durch die zur Verfügung stehenden Billigstarbeitskräfte, sondern auch die private Gefängnisindustrie.

Marina Portnaya von Russia Today berichtet über eine Industrie, die von der massenhaften Inhaftierung von Menschen lebt.

Ein Beiitrag Russia Today vom 15. 11. 2013

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Sprecher RT: Wenn Sie irgendwo investieren möchten und keine moralischen Bedenken haben, dann sind private Gefängnisse vielleicht eine Option. Die Zahl der Insassen ist gestiegen. Das bringt den privaten Aktionären Rekordprofite. Russia Todays Marina Portnaya erklärt den großen Interessenskonflikt.

Marina Portnaya: Die Correction Corporation of America CCA ist das Hilton der privaten Gefängnisindustrie. Ein Multi-Milliarden-Business, das von Bestrafung lebt.

Je mehr Menschen hinter Gittern sind und je länger sie bleiben, desto mehr verdient die CCA.

Letztes Jahr hat das Unternehmen 1,7 Milliarden Dollar eingenommen.

Jesse Lava: Die sind sich der Realität voll bewusst. Sie brauchen Masseninhaftierung, um im Geschäft zu bleiben. Sie brauchen völlig überzogene Strafen für nicht-gewalttätige Delikte. Sie propagieren eine Gesetzgebung, die sicherstellt, dass immer mehr Menschen in ihren Einrichtungen landen.

Marina: Mit mehr als 2 Millionen Menschen hinter Gittern, gibt es in den USA mehr Häftlinge als in China, Russland und den Rest der Welt. Die Hälfte der US Gefangenen sitzt wegen nicht-gewalttätiger Vergehen. Seit 1990 ist die Zahl der Gefangenen in privaten Gefängnissen um 1600 Prozent gestiegen. Der "Anti-Drogen Krieg", obligatorische Urteile und eine verfehlte Immigrationspolitik brachte immer mehr Menschen hinter Gitter. CCA hat 90.000 Gefängnisbetten in 20 Staaten. Jesse Lava von der Beyond Bars Kampagne sagt, dass in vielen Verträgen mit dem Unternehmen die Bettenbelegung garantiert wird.

Jesse Lava: Eine Gefangenenquota bedeutet, dass ein privates Gefängnis mit einem Staat oder einer lokalen Regierung vertraglich festlegt, dass diese ihm genug Gefangene liefern.

Auch wenn die Kriminalitätsrate sinkt, die Regierung bzw. die Steuerzahler müssen dafür sorgen, dass die Gefängnisse voll bleiben.

Marina: Im sog. "Land der Freien" wird die Zahl der Gefangenen wohl kaum sinken, solange Unternehmen von der Inhaftierung profitieren. – Aus New York berichtete für RT Marina Portnaya.

Sprecher RT: Alex Freedman, Redakteur von Prison Legal News hat 10 Jahre in privaten und staatlichen Gefängnissen verbracht und er sagt uns, warum er gegen die Privatisierung von Gefängnissen ist.

Alex: Ich verbrachte sechs Jahre meiner Haftzeit in einem privat geführten Gefängnis. Diese Erfahrung brachte mich dazu, mich im Kampf gegen die private Gefängnisindustrie zu engagieren. Es ist wirklich drastisch. Die Leuten sind nach dem Gefängnis schlimmer dran als vorher, wegen der Isolierung und dem Mangel an Mitteln und Rehabilitierungsprogrammen. Oft landen sie wegen weiterer Vergehen wieder im Gefängnis und davon profitiert nur einer, nämlich das Gefängnisunternehmen CCA. Wenn man von Inhaftierung profitiert, dann bedeutet das: je größer die Zahl der Gefangenen, desto größer der Profit.

Sprecher RT: Alex ist auch Ko-Direktor des Human Rights Defense Center, wo er gegen die Profit-gierige Gefängnisindustrie Kampagnen organisiert

Alex: Weder die Öffentlichkeit, noch die Gefangenen noch der Staat haben irgendeinen Vorteil von der Privatisierung der Gefängnisse, sondern nur die Unternehmensführer und Aktionäre. Wenn Inhaftierung der Erzeugung von Unternehmensprofiten dient, dann ist das ein Anreiz so viele Menschen so lange wie möglich einzusperren. So funktioniert eben die Marktwirtschaft. Es gibt erhebliche Kritik an diesen Unternehmen und ihrem Lobbying von Vertretern des Justizvollzugs und Regierungen für mehr Verträge und schärfere Gesetze.

Still: Russia Today

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