Honduras - Putsch und Widerstand

Ende Juni 2009 kam es in Honduras zu einem Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Manuel Zelaya. Seither ist das mittelamerikanische Land nicht zur Ruhe gekommen.

Eine starke Widerstandsbewegung und der Druck der lateinamerikanischen Staaten hat nach knapp zwei Jahren die Rückkehr Zelayas erzwungen. Aber die Putschisten sind nach wie vor an der Macht und der Konflikt im Land setzt sich fort.

Die inzwischen gut organisierte Demokratiebewegung drängt weiterhin auf demokratische Reformen und die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung. Der Versuch, das Grundgesetz zu ändern, hatte 2009 zum Sturz Zelayas geführt.

In Deutschland hat der Staatsstreich vor allem wegen der Haltung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) für Kontroversen gesorgt. Die FNSt hatte von ihrem Büro in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa aus den Sturz der Regierung gutgeheißen.

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TeleSUR — Kritik an Rückkehr von Honduras in OAS

Aufhebung der Sanktionen gegen das De-facto-Regime trifft auf Kritik an der Basis. Putschisten weiter im Amt

04.06.2011

Video:Telesur
Länge:00:00:17
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Auch nach der Rückkehr von Honduras in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) behalten Basisbewegungen und demokratische Kräfte in dem mittelamerikanischen Land ihrer Kritik an diesem Schritt bei.

Unser Video zeigt Mitglieder der Organisation „Feministinnen gegen den Staatsstreich“, die vor dem Sitz der OAS in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa gegen andauernde Gewalt und Menschenrechtsverletzungen protestieren. Der Dachverband der Indigenenorganisationen von Honduras, COPINH, warf der OAS indes vor, Staatsstreiche durch die Wiederaufnahme des Landes zu legalisieren.

Die multilaterale Organisation habe die Suspendierung von Honduras aufgehoben, obgleich führende Putschisten weiter hohe Posten bekleiden, kritisierte die Generalversammlung der COPINH in einem Kommuniqué vom Mittwoch (siehe Anhang zu dieser Meldung). Beispiele dafür seien die Generäle Romeo Vásquez Velásquez und Venancio Cervantes sowie die Politiker Vilma Morales und Arturo Corrales Álvarez, die Posten im Kabinett der De-facto-Regierung von Staatschef Porfirio Lobo bekleiden. Dies belege, „dass sich der Staatsstreich fortsetzt“, heißt es in der Erklärung.

In Honduras war Ende Juni 2009 die letzte demokratisch gewählte Regierung gestürzt worden, der damalige Präsident Manuel Zelaya wurde gewaltsam außer Landes geschafft. Auf Basis eines Versöhnungsabkommens“ konnte Zelaya vor wenigen Tagen nach Honduras zurückkehren. Die OAS nahm die Ausschlussentscheidung für Honduras daraufhin zurück.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage in Honduras finden sich auf unserer Partnerseite amerika21.de

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