Korallen vor Brasilien verschwinden

Population ist in den vergangenen 50 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen
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Die Korallenriffe entlang der Küste im Nordosten Brasiliens sind unter anderem wegen der unkontrollierten Verklappung von Abwässern im Laufe der vergangenen fünf Jahrzehnte um 80 Prozent zurückgegangen. Das geht aus einem Regierungsbericht hervor, der am Wochenende vorgestellt und zu Wochenbeginn im Senat diskutiert wurde. Das Papier warnt zugleich vor der endgültigen Vernichtung des maritimen Ökosystems durch zusätzlich wirkende negative Folgen des Klimawandels

Die Umweltstudie war zwischen den Jahren 2002 und 2011 von Wissenschaftlern der Universität von Pernambuco im Nordosten des Landes in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium des größten Staates Südamerikas durchgeführt worden. Seit vergangenem Jahr wurden die Daten unter Leitung der Geowissenschaftlerin Beatrice Padovani ausgewertet.

Die Warnung aus Brasilien kommt nur wenige Tage, nachdem ein internationales Forscherteam unter Leitung des Potsdamer Instituts für Klimaforschung zu ähnlichen Ergebnissen gekommen ist. Selbst bei einer Erwärmung der Atmosphäre von nur zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2030 könnten demnach weltweit bis zu 86 Prozent der Steinkorallen in Riffs schwer bis irreparabel beschädigt werden. Die entsprechende Studie war unlängst vom Fachjournal Nature Climate Chance veröffentlicht worden und fasst die Ergebnisse deutscher, kanadischer und australischer Wissenschaftler zusammen.

Den Ergebnissen zufolge bedroht selbst das in der UNO mühsam ausgehandelte Limit einer Atmosphärenerwärmung von zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau die Riffe. Durch die in Folge steigende Wassertemperatur droht die für Korallen lebenswichtige Symbiose mit Mikroalgen zu zerbrechen. Dabei werden die Algen abgestoßen, übrig bleibt der schutzlose Kalkstock der Koralle, der sich dann nach und nach zersetzt. Die Entwicklung wiegt umso schwerer, da sich neben der Erwärmung weitere Faktoren wie die Versauerung der Ozeane durch eine zunehmende Aufnahme von Kohlendioxid negativ auf die Korallen auswirken.

Gleich zu Beginn ihres Aufsatzes in dem Klimajournal weisen die an der Studie beteiligten Wissenschaftler auf die wahrscheinlichen Konsequenzen für Mensch und Natur hin. Gut eine Million Spezies lebten in den Korallenriffen der Ozeane, zudem seien weltweit mehr als 500 Millionen Menschen von diesen Ökosystemen abhängig. Tatsächlich sind Korallenriffe ein wichtiger Schutz gegen Wellen, bedeutend für den Tourismus und nicht zuletzt eine Nahrungsquelle für die lokale Bevölkerung. Dies gilt vor allem auch für die lateinamerikanischen und karibischen Staaten.

Ebenfalls aus Lateinamerika kamen in den vergangenen Jahren wiederholt Initiativen für eine effektive Klima- und Umweltschutzpolitik. So lud die Regierung Boliviens 2010 zu einem "Klimagipfel der Völker" unter starker Beteiligung von Basisorganisationen, um den weitgehend gescheiterten Verhandlungen um das Kyoto-Protokoll etwas entgegenzusetzen.

Vor wenigen Tagen kamen nun Vertreter aus Haiti, Kuba und der Dominikanischen Republik zusammen, um gemeinsame Umweltschutzstrategien für die Karibikregion zu beraten. Das Treffen war vom Umweltministerium Haitis, dem UN-Umweltprogramm und der 2007 gegründeten Initiative für einen "Biologischen Korridor in der Karibik" anberaumt worden. Gemeinsames Ziel ist es, die hohe Biodiversität im karibischen Raum zu schützen.

Text: Harald Neuber, amerika21.de

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