70 Jahre No to NATO

Diether Dehm
Arno Funke, Diether Dehm

Liebe NATO!

Mit meinem talentierten Kollegen Arno Funke (der in seinem früheren Leben unter dem Künstlernamen Dagobert harmlosere Formen gegen Übermacht praktiziert hat) habe ich die beiliegende Karikatur entworfen. Denn Du, NATO, wirst am 4. April 70 Jahre alt. Damit fällt Dein Geburtstag in etwa mit meinem am 3. April zusammen. Wir sind also etwa in einem Alter. Du hast Kriege begonnen, die sozialistischen Staaten erfolgreich totgerüstet, Du warst mitverstrickt in so manchen Putsch, an dessen Ende GewerkschafterInnen und Friedenskünstler eingesperrt oder sogar umgebracht wurden. In diesen 70 Jahren haben mein Vater Otto Dehm (der als 17jähriger Panzerfahrer nach Griechenland geschickt worden war) und ich immer und immer wieder als „No to NATO!“ demonstriert.

Du hast vor 20 Jahren mit dem Jugoslawien-Krieg das Völkerrecht aus den Angeln gehoben, sodass jede Kritik von Dir an anderen Grenzziehern unglaubwürdig geworden ist. Du hast es geschafft, dass die Menschen in Pakistan den blauen Himmel fürchten, weil du bei klarem Wetter am besten Deine Drohnenabschüsse vollstrecken kannst. Deine Bomben auf Libyen haben den sogenannten „Islamischen Staat“ stark gemacht und einen der sozialsten Staaten Afrikas zerhauen, wo jeder dritte Petrodollar in Krankenhäuser und Schulen geflossen war..

Durch Deine ständigen Forderungen an Deine Mitglieder, mindestens 2 Prozent der eigenen Wirtschaftsleistung für das Militär auszugeben, wird sogar in den reichsten Ländern der Sozialstaat auf Kosten der Schwächsten abgebaut. In Deutschland soll das bis zu 40 Milliarden Euro per anno werden. Dein Führer Trump hat Dir für dieses Manöver neuerdings sein Gesicht verliehen 

Ich will Frieden und darum auch gar nicht unbedingt Frieden mit Dir machen. Ich will Dir zu Deinen Siegen durchaus Glück wünschen, aber Dir ankündigen, dass ich auch in höherem biologischen Alter frischauf weiter mache gegen Dich, Deine Atombewaffnung, Deine Waffenexporte und Deine Hochrüstung.

Personen: 
Arno Funke, Diether Dehm