Ist BDS antisemitisch?

Moshe Zuckermann: Kritik an der Besatzungspolitik Israels soll mundtot gemacht werden
Video: 
weltnetz.tv
Produktion: 
Länge: 
00:22:26
Aufzeichnungsdatum: 
27.05.2019

Am 17. Mai hat der Bundestag einem Antrag zugestimmt, in dem die weltweite BDS-Kampagne als „antisemitisch“ gebrandmarkt wird. (BDS = Boykott-Desinvestitionen-Sanktionen gegenüber dem Staat Israel, solange er die Besatzung der Westbank und Gazas nicht beendet und die Palästinenser nicht als gleichberechtigt anerkennt.) Am Vorabend war Moshe Zuckermann vom ZDF zwanzig Minuten lang zu dem Vorhaben interviewt worden, gesendet wurde aber nur eine Sequenz, in der er sagte, dass BDS mit Antisemitismus nichts zu tun habe. Das nahm Sabine Kebir von Weltnetz TV zum Anlass, nachzufragen, was das ZDF nicht sendete.

Zuckermann stellt klar, dass die Kritik an der Regierungspolitik Israels nichts zu tun hat mit Antisemitismus. Wer das behauptet, hat das Ziel, diese Kritik mundtot zu machen und verhindern zu wollen, dass das ungelöste Problem zwischen Israelis und Palästinensern diskutiert wird. BDS sei ein gewaltfreier Protest, hebt er hervor, und man habe ihn daher anders zu beurteilen als Attentate. Er hält BDS allerdings auch für relativ ineffektiv, die Kampagne wirke nur wie ein Insektenstich angesichts der realen Machtverhältnisse. Und die künstlerischen und akademischen Kreise Israels zu boykottieren sei geradezu kontraproduktiv, weil hier am ehesten noch Widerspruch zur Regierungspolitik erwartet werden kann.

Zuckermann bedauert die unentschiedene Haltung der Linkspartei, die in ihrem eigenen Antragsentwurf zum Ausdruck kam, der BDS als teilweise antisemitisch benannte. Die Partei habe sich nicht mit dem historisch und aktuell durchaus relevanten Problem des Antisemitismus in der Bundesrepublik befasst.

Zum Schluss geht das Gespräch noch auf die Frage ein, wie die israelische Politik zur Drohung eines Militärschlags gegen den Iran durch die USA steht.

Moshe Zuckermann

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