Zum ersten Mal seit Jahren werden wir nicht rufen. Nicht schreien und nicht diskutieren. Wir werden schweigen und stumm durch Bremen marschieren. Unser Schweigen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Spiegel.
Immer wieder wurden die Free-Gaza-Demos wegen ihrer Lautstärke und Aggressivität kritisiert. Dieses Mal wurde geschweigen.
Die Palästinensische Gemeinde Bremen hatte dieses Mal zu einem „Stillen Marsch“ aufgerufen. In ihrem Instagram schrieben sie: „Stiller Marsch – Lauter als je zuvor. Jahrelang waren wir laut. Wir haben gerufen, angeklagt, protestiert. Unsere Stimmen waren auf den Straßen. Und trotzdem wurde weiter geschwiegen. […] Das Land wurde zerstört und gestohlen, die grundlegenden Rechte gebrochen. Wieder. Und immer wieder. Orte des Glaubens, Kirchen und Moscheen verschwinden. Die Al-Aqusa-Moschee wird geschlossen. Hoffnung wird geraubt. Die Todesstrafe für Palästinenser-innen wird eingeführt und das Morden damit noch einfacher gemacht. Still. Schritt für Schritt.
Zum ersten Mal seit Jahren werden wir nicht rufen. Nicht schreien und nicht diskutieren. Wir werden schweigen und stumm durch Bremen marschieren. Unser Schweigen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Spiegel. Ein Spiegel für eine Gesellschaft, die seit Jahren schweigt und damit zulässt, dass Unmenschlichkeit geschieht. […]“
Es wurde ein eindrucksvoller Marsch.