„Den Frieden gewinnen- nicht den Krieg“

Videodokumentation der Gewerkschaftskonferenz

Mit einem klaren Bekenntnis gegen Aufrüstung und Militarisierung ist die 4. Gewerkschaftskonferenz für den Frieden in Würzburg zu Ende gegangen. Rund 250 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Betriebsräte, Wissenschaftler, Vertreter sozialer Bewegungen sowie Aktive aus der Gewerkschaftsjugend kamen an zwei Tagen zusammen, um über Aufrüstung, Militarisierung und die Rolle der Gewerkschaften in einer Zeit von Kriegen und weiter wachsender internationaler Spannungen zu diskutieren.

 05.08.26
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Erster Konferenztag „Den Frieden gewinnen- nicht den Krieg“ am 24./25.7.26 in Würzburg 

livestream der Konferenz am Freitag 24.7.2026

DGB Songgruppe Schweinfurt

Begrüßung Ulrike Eifler

Begrüßung Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg, erinnerte an die friedenspolitische Tradition der Gewerkschaften und an den aus Würzburg stammenden früheren IG-Metall-Vorstand Georg Benz, der 1981 auf der Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten gegen atomare Aufrüstung sprach. „Die Friedensfrage ist die Frage nach Arbeit, Fortschritt und Wohlstand. Der Kampf um den Frieden ist unser täglicher Kampf – an unseren Arbeitsplätzen, in der Politik und dort, wo wir wirken und handeln“, sagte Zirnsak. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung warnte er: „Die Vorbereitung auf Krieg beginnt nicht erst in den Kasernen. Sie beginnt in den Betrieben. Sie beginnt in der Arbeitswelt.“ Auch berichtet er von der Beratung zur Kriegsdienstverweigerung, die im Gewerkschaftshaus in Würzburg stattfindet

Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstrich deren Vorsitzender Bernd Riexinger, dass die Friedensfrage untrennbar mit sozialen und gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen verbunden sei. Eine Politik der Aufrüstung gehe zulasten öffentlicher Investitionen und verschärfe soziale Konflikte. „Die lohnabhängige Klasse hat in der Phase der Aufrüstung nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren“, sagte Riexinger.

Grußwort Aaron Valent, Würzburger Bundestagsabgeordneter

Panel 1 „Zerbricht die Weltordnung?“
Input Ingar Solty mit anschließender Diskussion
Miguel E. Torres Tesoro, stellvertretender Botschafter Kubas in Deutschland, die gegenwärtigen geopolitischen Verschiebungen und warb für die Stärkung des Völkerrechts, der Diplomatie und der internationalen Zusammenarbeit. Auch die internationale Beteiligung unterstrich den Stellenwert der Konferenz.

Gewerkschaftsdelegationen aus England, Belgien und Frankreich nahmen an der Tagung teil. Per Videobotschaft wandte sich Luc Triangle, Generalsekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes (ITUC), an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Er bezeichnete den Einsatz für Frieden als unverzichtbaren Bestandteil gewerkschaftlicher Arbeit und hob die Verantwortung der Gewerkschaftsbewegung als internationale Kraft für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Völkerverständigung hervor.

Diskussionnrunde mit Wolfgang Däubler, Sinan Öztürk, stellvertretender Bezirksleiter von ver.di Bayern, mit dem Verhältnis von Demokratie, Arbeitswelt und Militarisierung. Öztürk sprach sich dafür aus, Friedenspolitik und Interessenvertretung gemeinsam zu denken. Däubler warnte davor, den Raum für das Sagbare einzuengen. Demokratie lebe gerade in Zeiten wachsender Spannungen vom offenen Streit unterschiedlicher Positionen; Gewerkschaften müssten diese demokratischen Freiräume verteidigen. Mit dabei auch der einzige SPD Bundestagsabgeordnete, der gegen das Aufrüstungsprogramm gestimmt hat. Aus betrieblicher Sicht schilderten Gürcan Erdinç, Betriebsratsvorsitzender bei Miwe in Arnstein, und Yves Weinberger, Betriebsratsvorsitzender von Brose Würzburg, die Auswirkungen von Aufrüstung und wirtschaftlicher Transformation. Erdinç verwies auf den Zusammenhang zwischen steigenden Rüstungsausgaben und Sozialabbau. Angesichts einer deutlichen Mehrheit in der Bevölkerung, die Kürzungen im Sozialbereich ablehne, müsse es gelingen, daraus einen breiteren gesellschaftlichen Widerspruch zu entwickeln. Weinberger warb dafür, betriebliche Interessenvertretung als konkrete Aufgabe zu verstehen und Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung auszuloten.

Grußbotschaft Klaus Zwickel IG Metall Vorsitzender 1993 bis 2003 und Vorsitzender der Internationalen Automobilarbeitergewerkschaft. Er hob die Verantwortung der Gewerkschaften für Frieden und internationale Verständigung hervorhob. Jürgen Peters, ebenfalls ehemaliger Erster Vorsitzender der IG Metall, nahm persönlich an der Konferenz teil.

Nicole Golke, MdB Sprecherin für Bildung und Wissenschaft

Jugendpodium ua mit Annabell Franz, Jugendsekretärin der IG Metall Würzburg, stellte die Kriegsdienstverweigerungsberatung der Geschäftsstelle vor. Die Nachfrage habe in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Immer mehr junge Menschen suchten angesichts der Debatten über Wehrpflicht und „Kriegstüchtigkeit“ Orientierung. Die IG Metall Würzburg verstehe es als ihre Aufgabe, über die Möglichkeiten der Kriegsdienstverweigerung zu informieren und unabhängig zu beraten. Zugleich bekräftigte Franz die Haltung der IG Metall Jugend, die eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ablehnt und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung verteidigt. Weiterhin Vertreterinnen der Schulstreikbewegung gegen Wehrpflicht.und der Palästina Solidarität. Anschlißende Diskussionsrunde mit vielen jugendlichn Teilnehmern.

Start der Konferenz am Samstag, 25.7.2026

Friedenslieder mit Reinhard Frankl, Aschaffenburg
Begrüßung Ulrike Eifler

Igor und Pawel aus Russland und der Ukraine sprechen über Kriegsdienstverweigerung und Deserteure – zu der Stelle bei der Konferenz Den Frieden gewinnen- nicht den Krieg am 25.7.26 in Würzburg

Hedwig Krimmer, ver.di Kollegin aus München berichtet von der Verweigerung Münchner Trambahnfahrer, eine mit Bundeswehrwerbung versehene Straßenbahn zu fahren

Reiner Braun, Aufgaben der Friedensbewegung in diesem Herbst Konferenz Den Frieden gewinnen- nicht den Krieg, am 25.7.26 in Würzburg

Ronja Fröhlich, Münchner Bündnis Nein zur Wehrpflicht Konferenz Den Frieden gewinnen- nicht den Krieg, am 25.7.26 in Würzburg

Mark Ellmann vom Bündnis Soziales rauf – Rüstung runter bei der Konferenz Den Frieden gewinnen- nicht den Krieg, am 25.7.26 in Würzburg

Presseartikel

Bericht über den Verlauf und viele Fotos auf der Seite der IG Metall Würzburg


Neues Deutschland, 27.7.26 »Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg«, IG Metall und Rosa-Luxemburg-Stiftung luden zur vierten »Gewerkschaftskonferenz für den Frieden«. Die Bewegung setzt wieder auf einen heißen Herbst.

Telepolis 31.7.2026: Gewerkschaften entdecken Friedenspolitik als Kernfrage neu – https://www.telepolis.de/article/Gewerkschaften-entdecken-Friedenspolitik-als-Kernfrage-neu-11382238.html


Gewerkschaftliches Material
Aufruf des DGB zum Antikriegstag 2026 am 1. September

Homepage Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg! Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit!

Produktion: BAG Betrieb und Gewerkschaft
Länge: Zwei mehrstündige Livestreams
Aufzeichnung: 24./25.7.2026
Personen: Jeremy Corbyn, Mark Ellmann, Ulrike Eifler



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