Studierende führen Putsch-Gedenken in Chile an

Demonstranten waren Hauptredner auf Zentralfriedhof von Santiago.
Video: 
Telesur

Wir schalten nun zu unserer Korrespondentin Beatriz Michell, die Informationen zu den Ereignissen am 11. September in Chile hat. Beatriz, ich grüße Dich, wir hören.

Die heutigen Demonstrationen im Gedenken an den Militärputsch sind fast ohne Zwischenfälle abgelaufen. Bei den Aktionen wurde Wahrheit und Gerechtigkeit für die tausenden Opfer der Diktatur gefordert. Auch plädierten die Teilnehmer für ein politisches und soziales System, das der Bevölkerung grundsätzliche Rechte garantiert. Eine der Besonderheiten der Veranstaltungen heute war der Umstand, dass auf der Abschlusskundgebung auf dem Zentralfriedhof von Santiago Studierende die Hauptredner waren. Hauptrednerin war Camila Donato, die ihre Großeltern während der Diktatur verloren hat und die heute eine Aktivistin der Studierendenbewegung dieses Landes ist. Warum wurde den Studierenden hier Vortritt gelassen? Weil die Menschenrechtsorganisationen in ihrem heutigen Kampf eine Fortsetzung des Kampfes derjenigen sehen, die der Diktatur zum Opfer gefallen sind und die während der Präsidentschaft von Salvador Allende aktiv waren. In Erinnerung an die Opfer von damals entsteht heute eine neue Bewegung für eine kostenfreie und qualitative Bildung und auch für andere Rechte wie das auf Gesundheitsversorgung und Wohnraum.

Vielen Dank, Beatriz, für diese Informationen. Und wir bleiben bei dem Thema. Chile erinnert heute an Geschehnisse, die die Geschichte dieses Landes nachhaltig verändert haben: den 38. Jahrestag des Putsches gegen den damaligen Präsidenten Salvador Allende.

Salvador Allende war der einzige sozialistische Präsident Chiles. Er kam am 3. November 1970 an die Regierung, um sein wichtigstes Wahlversprechen einzulösen: die Etablierung eines Sozialismus in Freiheit. Inmitten einer Krise, die von oppositionellen Kräften provoziert wurde, wird Salvador Allende am 11. September 1973 Opfer eines Militärputsches unter Führung des Augusto Pinochets.

38. Jahre nach diesen Geschehnissen erinnern die Chilenen auch daran, wie unter dem Regime von Pinochet die wichtigsten öffentlichen Dienste an das private Kapital veräußert wurden. Die hohen Kosten des Bildungssystems sind eine der Konsequenzen, unter denen derzeit die Studierenden zu leiden haben. Weit über 30 Jahre nach dem Tod Allendes hat erst im Mai dieses Jahres ein internationales Expertenteam bestätigt, dass der "Genosse Präsident", wie er genannt wurde, sich im Präsidentenpalast La Moneda inmitten der brutalen Angriffe der Putschisten das Leben  genommen hat.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Partnerseite amerika21.de

Untertitel: Harald Neuber

Telesur-Korrespondentin aus Chile

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